ein Nachmittag in Tunis

Mittwoch morgen halb acht geht es zum Flughafen. 12:30 Uhr Landung in Tunis, mit dem Taxi ins Hotel, das direkt am Altstadttor zur Medina liegt. Auf dem Weg fahren wir an der französischen Botschaft vorbei, wo eine Demonstration stattfindet. Ansonsten scheint die Stadt ruhig und geschäftigt zu sein.

 

Der Nachmittagsablauf steht fest, bevor ich um Mitternacht meinen Patienten treffe und mit Ihm über Frankfurt nach Hamburg fliege und Donnerstag Mittag wieder zu Hause bin: - arabisches Flair genießen und durch die Medina von Tunis schlendern.

Beim CheckInn im Hotel terminiere ich noch einen Massagetermin und stiefel kurz durch die Medina. - Hier vor dem Altstadttor habe ich 1998 schon mal mit unserem AL28 geparkt und erinnere mich, wie schön die Medina war und ich damals beim Frisör war, was ich heute wieder tun werde.

 

Nach einer kurzen Stippvisite geht es zurück zum Hotel. Massage ist ganz gut. Hamam gibt es leider nicht und die Sauna ist ein kleiner Holzverschlag im Keller, was gar nicht zum Rest des wunderschönen Hotels passt.

 

Der Nachmittag in der Medina ist perfekt. Ich finde ein paar Gewürze und gehe mit dem Verkäufer später in ein Berbercafé zum Shisha rauchen und Minztee trinken. Das Treiben in der Medina ist beeindruckend und ich stelle fest, daß man als Europäer eher alleine unterwegs ist. Auch wird man wie früher nicht an jedem Geschäft zum Eintritt und kaufen aufgefordert. Recht ungestört kann man das Treiben und die Warenauslage in der ganzen Farbpracht geniessen. An jeder Ecke gibt es Köstlichkeiten, Teeverkäufer schieben sich durch das Gewühl, Bettler strecken Ihre Hände entgegen und überall riecht es intensiv und alle Waren schimmern bunt im Lichtstrahl den die alten Wände der Medina durchlassen.

 

Bevor ich zum Flughafen muss, ruhe ich noch ein wenig im Hotel, dann geht es durch die Nacht zurück nach Deutschland. Auch wenn es ein langer Tag war, so war diese Tour doch ein wirkliches Zuckerstückchen. Und mit Abdul dem Gewürzverkäufer habe ich in Zukunft eine gute Anlaufstelle um mir in Tunis die Zeit zu vertreiben.

Über den arabischen Frühling möchte Abdul nicht sprechen, zuviele Ohren. Beim Verabschieden im Hotel sagt er mir noch, das man darüber nicht spricht, man möchte die Staatssicherheit nicht auf dumme Gedanken bringen, aber es wäre ruhig und jeder ist froh, seiner Geschäfte nachgehen zu können.

 

Schade, daß ein Volk, das für einen ganzen Kontinent einen Umbruch herbei geführt hat, darüber schweigen muss, was es bewegt bzw. angestoßen hat.